Das Konsortium

Die ABM-Mess Ser­vice GmbH trägt zum Pro­jekt CliCE-DiPP wie fol­gt bei: Durch das Know-how in den Bere­ichen Smart Meter­ing und intel­li­gente Messsys­teme fördert das Unternehmen die Erfas­sung von Ver­brauchs­dat­en von Pro­duk­ten (Wasserzählern) über den gesamten Leben­szyk­lus hin­weg. Dadurch wird neben ein­er erhöhten Trans­parenz über das Einspar­poten­zial bei Energie und Ressourcen auch eine bessere Bew­er­tung von zirkulären Strate­gien am ersten Leben­szyk­lus der Wasserzähler ermöglicht. Dieses Know-how trägt zudem zur effizien­ten Steuerung von Material(rück)flüssen inner­halb von Wertschöpfungsketten bei. So können neben CO2 auch weit­ere Ressourcen für die Auf­bere­itung der mech­a­nis­chen und elek­trischen Kom­po­nen­ten und der damit ver­bun­de­nen Logis­tik einges­part wer­den. Außer­dem wird hier­durch ein Konzept für eine nach­haltige Kreis­laufwirtschaft von Ver­brauchsmes­san­la­gen mit deren End­kun­den und Liefer­an­ten aufge­baut. Mit der Lorenz GmbH & Co. KG ist ein­er der Liefer­an­ten auch mit im Kon­sor­tium.

Die Fes­to SE & Co. KG ist ein­er der weltweit führenden Anbi­eter für Fab­rik- und Prozes­sautoma­tisierung­stech­nik. Für Fes­to ist in CliCE-DiPP ins­beson­dere inter­es­sant, wie sich am Ende des Leben­szyk­lus von Pro­duk­ten der Kreis­lauf schließen lässt und wie dies durch dig­i­tale Zwill­inge abge­bildet und unterstützt wer­den kann. Entsprechend wird Fes­to als Anwen­dungspart­ner ins­beson­dere bei der Entwick­lung des Steuerungskonzepts ein­er Kreis­laufwirtschaft anhand eines Dig­i­tal­en Zwill­ings mit vorhan­den­em Know-how in Koop­er­a­tion mit dem wbk unterstützen. Ins­beson­dere im Kon­text der angestrebten Nach­haltigkeit­sziele und möglicher neuer Reg­u­la­torik ist die Entwick­lung eines durchgängigen Pro­duk­t­pass­es zur Berech­nung von Energie­ver­brauchs­dat­en und des PCF von großem Inter­esse für Fes­to. Der Schw­er­punkt der Arbeit­en von Fes­to wird im Pro­jekt in der Erar­beitung sowie ökonomischen und ökologischen Bew­er­tung von zirkulären und ser­vice-basierten Geschäftsmodellen liegen. Hierfür erfol­gt eine enge Zusam­me­nar­beit mit dem PTW in TP 4.

Die Forschungs­gruppe „Recht in Nach­haltigkeit, Com­pli­ance und IT“ am Insti­tut für Infor­ma­tion­ssys­teme (iisys) der Hochschule Hof bringt zusätzliche Exper­tise im Kon­text Data Gov­er­nance hin­sichtlich des Nach­weis­es der Rechtkonformität der Daten­nutzung ein und stellt somit die rechtliche Tragfähigkeit der entwick­el­ten Lösungen sich­er. Die Anforderun­gen an die Nach­haltigkeits­berichter­stat­tung können nur mit ein­er trans­par­enten Daten­nutzung und Meth­o­d­en sichergestellt wer­den. Andern­falls dro­hen Schadenser­satz­forderun­gen aus falschen Angaben und ein enormer Imageschaden. Mod­elle zur Data Gov­er­nance als Steuerung der recht­skon­for­men Nutzung von Dat­en nach den Dimen­sio­nen Daten­nutzungsrechte, Datenqualität, Daten­schutz, Daten­sicher­heit, Wet­tbe­werb und Nach­haltigkeit sowie ethis­che Nutzung können helfen, die Daten­nutzung in der Liefer­kette recht­skon­form zu gestal­ten und die geset­zlichen Vor­gaben sowie Berichts­stan­dards in eine trans­par­ente Nach­haltigkeits­berichter­stat­tung zu trans­formieren, um nach­haltiges Han­deln zu stärken und Haf­tung zu ver­mei­den. Die in den Teil­pro­jek­ten entwick­el­ten Daten­mod­elle und Pro­to­typen wer­den hin­sichtlich dieser Fragestel­lun­gen geprüft. Daraus kön­nen zusätzliche Anforderun­gen an die Lösungsentwicklung aller Part­ner abgeleit­et wer­den. Dies gilt ins­beson­dere auch für die in TP 4 entwick­el­ten Geschäftsmodellarchitekturen.

Lorenz ist als Anwen­dungspart­ner vor allem an der Stärkung der bish­eri­gen Aktivitäten im Bere­ich der Kreis­laufwirtschaft und des Reman­u­fac­tur­ings inter­essiert. Das Unternehmen ist Spezial­ist für Durch­flussmes­sung mit Fokus auf Wohnungs‑, Haus- und Großwasserzähler. Neben der Ein­bringung von Know-how aus den bish­eri­gen Aktivitäten und dem BMBF-Forschung­spro­­jekt RETHINK unterstützt Lorenz ins­beson­dere mit Anwendungsfällen und ‑dat­en. Neben den Aktivitäten im Bere­ich der Kreis­laufwirtschaft ist vor allem auch die Entwick­lung eines sektorenübergreifenden Pro­duk­t­pass­es von beson­derem Inter­esse. Hierfür ist eine enge Zusam­me­nar­beit mit ABM-Mess Ser­vice (Kon­sor­tial­part­ner, Kunde) und Diehl (assozi­iert­er Part­ner, Liefer­ant) vorge­se­hen. Hier­bei ste­ht neben ein­er Verbesserung des Date­naus­tausches und der Datenverfügbarkeit zur Förderung der bish­eri­gen Kreislaufwirtschaftsaktivitäten auch die Möglichkeit, in der gesamten Wertschöpfungskette Ressourcen einzus­paren und darauf auf­bauend neue Pro­­duk­t­­pass-getriebene Geschäftsmodelle zu entwick­eln, im Fokus.

Pro­tek­tor als Her­steller von Baupro­filen fungiert im Pro­jekt als Anwen­dungspart­ner und stellt im Rah­men von CliCE-DiPP ihre Pro­duk­tion­sprozesse als Entwick­lung­sumge­bung zur Verfügung. Hierzu sollen die Pro­duk­tion­san­la­gen mit entsprechen­der Sen­sorik aus­ges­tat­tet wer­den, um mit Hil­fe des zu entwick­el­nden dig­i­tal­en CO2-Pro­duk­pass­es den Energie- und Ressourcenver­brauch für die Pro­duk­tion zu ermit­teln. Mit Hil­fe dieser Dat­en wer­den gemein­sam mit dem wbk die Poten­ziale der Betrieb­sop­ti­mierung der Pro­duk­tion­san­la­gen für eine energie- und ressourcenef­fiziente Pro­duk­tion unter­sucht, wobei die Steuerung der Pro­duk­tion weit­er­hin wirtschaftlich gestal­tet sein muss. Ergänzend hierzu wird auch das beste­hende Shop Floor Man­age­ment auf Basis der durch die Forschungspart­ner wbk und PTW entwick­el­ten Konzepte um Nach­haltigkeits­dat­en erweit­ert, um die Mitar­bei­t­en­den für das The­ma ein­er energie- und ressourcenef­fizien­ten Pro­duk­tion zu sen­si­bil­isieren und für einen guten Wis­senstrans­fer zu sor­gen. Dadurch wird eine höhere Mate­ri­alaus­nutzung beim Pro­duk­tion­san­lauf sowie im Regel­be­trieb erwartet.

Das Insti­tut für Pro­duk­tion­s­man­age­ment, Tech­nolo­gie und Werkzeug­maschi­nen der Tech­nis­che Universität Darm­stadt (PTW) erfüllt als Forschungspart­ner ver­schiedene Auf­gaben inner­halb des Pro­jek­ts. Gemein­sam mit der Soft­ware GmbH wird ein Daten­mod­ell basierend auf OPC UA-Maschi­­nen­­dat­en für die Berech­nung des Prod­uct Car­bon Foot­print (PCF) in der Ver­wal­tungss­chale entwick­elt. Zur Anre­icherung des Daten­mod­ells wird ein wertstromdurchgängiges Trace­a­bil­i­­ty-Sys­tem zur bedarf­s­gerecht­en An- und Abmel­dung einzel­ner Bauteile konzep­tion­iert. Weit­er­hin ist das PTW führend bei der Befähigung von Pro­duk­tion­sres­sourcen zum Track­ing von CO2-Dat­en aktiv, wodurch eine Übertragung des Daten­mod­ells auf eine Pro­duk­tions­kette ermöglicht wird. Für eine pro­to­typ­is­che Umset­zung stellt das PTW neben den beste­hen­den Infra­struk­turen in den Lern­fab­riken TEC-Lab und ETA die neueste insti­tut­seigene Lern­fab­rik „Flow­Fac­to­ry“ zur Verfügung. Dabei wer­den die Anforderun­gen der Anwen­dungspart­ner ein­be­zo­gen und für die Übertragbarkeit auf Ref­eren­zprozesse dieser berücksichtigt. Gemein­sam mit dem wbk und den Anwen­dungspart­nern wer­den Ansätze zur Nutzung der gewonnenen Dat­en im Shop Floor Man­age­ment pro­duzieren­der Unternehmen entwick­elt. Mit der Entwick­lung eines entsprechen­den Sys­tems wer­den die Mitar­bei­t­en­den bei Maß­nah­men zur Umset­zung ein­er kli­ma­neu­tralen Pro­duk­tion unterstützt. Schließlich set­zt das PTW seine Exper­tise aus dem Bere­ich der Geschäftsmodellinnovation zur Entwick­lung inno­v­a­tiv­er, incen­tivieren­der Nutzungsmod­elle für Nach­haltigkeits­dat­en ein. Hierzu wer­den im Aus­tausch mit den Anwen­derun­ternehmen im Pro­jekt neue Service-Ansätze entwick­elt, die zugehörigen Geschäftsmodellarchitekturen abgeleit­et und hin­sichtlich ihrer wirtschaftlichen Trag­barkeit und ihres Nach­haltigkeitspoten­zials evaluiert.

Die Soft­ware GmbH als IoT-Plat­t­for­­man­bi­eter (Inter­net of Things) erfüllt in CliCE-DiPP zwei zen­trale Auf­gaben. Zum einen wird sie auf Basis von „Cumu­loc­i­ty IoT“ die Daten­quellen an den dig­i­tal­en C02- Pro­duk­t­pass anbinden. Hierfür wird die Soft­ware GmbH gemein­sam mit den Anwen­dungspart­nern die rel­e­van­ten Daten­quellen iden­ti­fizieren und entsprechende Schnittstellen (weiter)entwickeln bzw. adap­tieren. Zum anderen wird sie auf Basis von „ARIS Process Min­ing“ Möglichkeiten zur Einsparung von CO2 im Wertschöpfungsfluss iden­ti­fizieren, indem sie in den unternehmensübergreifenden Prozess­dat­en inef­fizien­ze bzw. Opti­mierungspoten­ziale aufspürt. Hierfür wird die Soft­ware GmbH aus den Prozess­dat­en den tatsächlichen Prozess mod­el­lieren, um durch den anschließen­den Soll-Ist-Ver­­gle­ich Verbesserungsmöglichkeiten aus­find­ig zu machen. Darüber hin­aus wird sich die Soft­ware GmbH in die Entwick­lung des Daten­mod­ells des dig­i­tal­en CO2-Pro­duk­t­pass ein­brin­gen. Zudem hat die Soft­ware GmbH die Konsortialführerschaft von CliCE-DiPP übernommen.

Das wbk Insti­tut für Pro­duk­tion­stech­nik, Tech­nolo­gie und Werkzeug­maschi­nen (wbk) beteiligt sich an CliCE-DiPP mit den bei­den Forschungs­grup­pen Glob­ale Pro­duk­tion­sstrate­gien und Pro­duk­tion­ssys­tem­pla­nung, wonach sich der inhaltliche Schw­er­punkt zur Mitar­beit auf die Teil­pro­jek­te 1 “Daten­mod­ell für sektorenübergreifende dig­i­tale CO2-Produktpässe”, 2 “CO2-Pro­duk­t­pass ges­teuerte Kreis­laufwirtschaft” und 3 “Energie- und Ressourcenef­fiziente Pro­duk­tion” ergibt. In Teil­pro­jekt 1 liegt der Fokus des wbk darauf, den entwick­el­ten Pro­duk­t­pass für eine wertschöpfungskettenübergreifende Nutzung zu befähigen. Dazu wird ins­beson­dere mit den Part­nern, Lorenz, ABM-Mess Ser­vice und Diehl eine solche Wertschöpfungskette abge­bildet, sodass der Pro­duk­t­pass hier auch im oper­a­tiv­en Betrieb getestet wird. Zudem wird gemein­sam mit den Part­nern eine Logik entwick­elt, um schw­er ver­rechen­bare Emis­sio­nen und Energieverbräuche im Pro­duk­tion­snet­zw­erk bzw. ent­lang der Wertschöpfungskette auf die einzel­nen Part­ner zuzuord­nen und trans­par­ent im Pro­duk­t­pass darzustellen. Im Rah­men des Teil­pro­jek­tes 2 wird mit Fes­to sowie Lorenz, ABM-Mess Ser­vice und Sen­se­Ing ein Assis­ten­zsys­tem erar­beit­et, welch­es bei der Pla­nung und Steuerung von Material(rück)flüssen in der Cir­cu­lar Econ­o­my (CE) unterstützt. Hierzu wer­den die einzel­nen Part­ner an die AAS angeschlossen sowie die Ressourcendat­en mit Hil­fe der Sen­sortech­nolo­gie von Sen­se­Ing, ins­beson­dere auch für die Logis­tikprozesse in der CE erfasst. Diese Dat­en wer­den anschließend auf­bere­it­et und in Form von Kenn­zahlen in Sim­u­la­tio­nen eingepflegt, um die Material(rück)flüsse zu simulieren, um hier­durch bei der Entschei­dung von Re-X-Strate­gien und der Steuerung der CE zu unterstützen. Im Teil­pro­jekt 3 liegt der Fokus auf ein­er Zusam­me­nar­beit mit dem PTW, um neue Kenn­zahlen zur Visu­al­isierung der Ressourcenef­fizienz zu bes­tim­men und damit eine ökologische Erweiterung der Gesamtanlageneffektivität sicherzustellen. Hierzu müssen die Pro­duk­tion­san­la­gen bei den Part­nern Pro­tek­tor und Lorenz um Sen­sorik (Sen­se­Ing) zur Erfas­sung der Energie- und Ressourcendat­en erweit­ert wer­den. Mit Hil­fe dieser Dat­en sollen anschließend Mitar­bei­t­ende für eine ressourcenef­fiziente Pro­duk­tion sen­si­bil­isiert wer­den und ins­beson­dere mit Hil­fe der Sim­u­la­tion und Opti­mierung eine neue Steuerungslogik für Pro­duk­tion­san­la­gen entwick­elt wer­den, die eine nach­haltige (ökologisch und ökonomische) Betrei­bung dieser ermöglicht. Abschließend wer­den die entste­hen­den Demon­stra­toren in der Lern­fab­rik Glob­ale Pro­duk­tion pilotiert, imple­men­tiert und anschließend bei den Anwen­dern in der Prax­is und der realen Pro­duk­tion etabliert.